Die ehemaligen Bundeskanzler der BRD
Konrad Adenauer wurde am 05.01.1876 in Köln geboren. Er gehörte der CDU an und trat sein Amt als erster Bundeskanzler der Bundesrepublik im Jahre 1949 an, welches er bis 1963 innehatte. Unter seiner Regierungszeit waren in den Ministerien noch viele ehemalige Nationalsozialisten tätig. Aus heutiger Sicht des Außenministeriums bestimmten sie einen 70 prozentigen Anteil in den Ministerien. Adenauer starb am 19.04.1967.
Bereits verstorbene Bundeskanzler
Ludwig Erhard wurde am 04.02.1897 in Fürth geboren. Auch er gehörte der CDU an – Bundeskanzler war er drei Jahre, von 1963 bis 1966. Aufgrund seiner Politik erhielt er den Beinamen “Vater der sozialen Marktwirtschaft”. Erhard starb am 05.05.1977.
Kurt Georg Kiesingers Geburtsort ist Ebingen. Kiesinger führte die CDU Tradition der ersten drei Bundeskanzler fort, ebenfalls für drei Jahre (1966 bis 1969). Er lebte vom 06.04.1904 bis 09.03.1988.
Willi Brandt (geboren am 18.12.1913 in Lübeck) war der erste Kanzler der von der SPD gestellt wurde. Er führte die Regierung als Kanzler von 1969 bis 1974 und erhielt im Jahre 1971 den Friedensnobelpreis. Dieser wurde ihm für dessen Ost-Entspannungspolitik verliehen. Sein Kniefall vor dem Ehrenmal der Helden des Ghettos in Warschau 1970 war symbolträchtig und bezeichnend. Brandt trat zurück, weil sein enger Mitarbeiter Günter Guillaume als Spion der DDR enttarnt wurde und der Kanzler somit befürchtete, dass die Integrität seines Amtes Schaden nehmen könnte. Brandt starb am 08.10.1992.
Skizzenhafte Informationen über die noch lebenden ehemaligen Bundeskanzler
Auch Helmut Schmidt ist SPD-Politiker, geboren am 23.12.1918 in Hamburg. Als 5. Bundeskanzler führte er die Bundesrepublik von 1974 bis 1982.
Helmut Kohl gehört der CDU an. Er wurde am 03.04.1930 in Ludwigshafen geboren. Durch mehrfache Wiederwahl erlangte er die längste Amtszeit aller Bundeskanzler (von 1982 bis 1998). Eine Errungenschaft von Kohl war es, das sogenannte “Schengener Abkommen” zu verwirklichen – sein Slogan hieß damals “Europa ohne Schlagbäume”. Während seiner Amtszeit hatte Kohl unbefugt Spenden in Millionenhöhe angenommen und somit gegen das Parteiengesetz verstoßen.
Gerhard Schröder ist am 07.04.1944 in Mossenberg geboren worden. Er gehört der SPD an und stand der Regierung in den Jahren 1998 bis 2005 vor. In seine Amtszeit fiel die Einführung des Euro (2001). Kurz vorher jedoch waren noch neue Geldscheine für die D-Mark eingeführt worden. Schröder ließ die Bundeswehr nicht am Irak-Krieg teilnehmen, ebenso kann im Nachhinein ein optimales Krisenmanagement seinerseits im Zusammenhang der “Jahrhundertflut” in Deutschland im Jahre 2002 festgestellt werden.
Über Rücktritte und die Bedeutung des Kanzleramtes
Der Rücktritt von Bundeskanzlern erfolgte bisher in drei Fällen: Adenauer, Erhard und Brandt traten jeweils vor Ablauf der jeweiligen Legislaturperiode aus ihren Ämtern zurück und bahnten hier Neuwahlen einen Weg. Ein anderer Weg, bei Amtsmüdigkeit aus dem Amt zu scheiden, ist das Misstrauensvotum, welches Gerhard Schröder durchsetzte und entsprechend bei Neuwahlen abgewählt wurde. Bei ihm ging es vor allem darum, dass er als Führungspersönlichkeit in der russischen Ölindustrie eingesetzt werden konnte. Das Amt wie auch die Befugnisse eines Bundeskanzlers sind in der deutschen Politikers bisher nicht in Frage gestellt worden – gerade auch durch Adenauer wurden die Führungsmerkmale des Bundeskanzlers in ihrer Richtlinienkompetenz und als “Kanzlerdemokratie” vordefiniert.
Foto von Konrad Adenauer: Bundesarchiv, B 145 Bild-F078072-0004 / Katherine Young / CC-BY-SA